Money, Party, Royalty und Stickstoffmonoxid – Ferid Murad

Der letzten Vortrag vor dem Mittagessen ist nicht die beste Zeit um fast eine halbe Stunde zu überziehen. Ferid Murad kümmerte das nicht, er ging auf Slides seines Vortrags ausführlich, und sogar doppelt ein, während die hungrigen Nachwuchswissenschaftler vermutlich nur noch an die zu erwartende lange Schlange vor dem Essenszelt dachten und dementsprechend unruhig mit den Füssen scharrten, aus Höflichkeit aber sitzen blieben, während Murad weiter in aller Ruhe erklärte, wie der Körper Stickstoffmonoxid herstellt um damit den Blutdruck zu regulieren.

Daher – sozusagen als Kontrapunkt zu dem bislang längsten Vortrag der Tagung – hier die Zusammenfassung in ein paar Zeilen wofür Murad 1988 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt:

Stickstoffmonoxid (NO) ist ein sogenannter “second messenger”. Das farblose und geruchslose Gas diffundiert als freies Radical durch Zellmembranen und überträgt so Signale von Zelle zu Zelle. Es wird aus Arginine und Sauerstoff durch die NO-Synthase hergestellt und aktiviert das Enzym Guanylatzyklase, welches wiederum einen weiteren second messenger produziert: cyclisches GMP. 

Endothelzellen der Blugefäße signalisieren durch NO an das umgebende Muskelgewebe. Dies Folge ist, dass sich die weichen Muskeln in den Blutgefäßwänden entspannen. Es  kommt in der Folge zu einer Erweiterung der Blutgefäße und so zur Senkung des Blutdrucks. Dieser Mechnismus wurde schon lange vor seiner Aufklärung durch Murad, Furchgott und Ignarro, die den Preis zusammen erhielten, medizinisch genutzt. Schon Alfred Nobel bekam von seinem Arzt Nitroglycerin verschrieben, das im Körper zu NO umgewandelt wird und so zur Blutdrucksenkung beiträgt.

Zehn Minuten des Vortrags von Murad wurden von einem Video eingenommen, das ich auf YouTube gefunden habe. Dort wird noch einmal in leicht verständlicher Weise erklärt, wie das mit dem NO funktioniert und wofür Murad den Nobelpreis erhielt. Unterhaltsam. Money, Party, Royalty.

 

 

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