Prof. Pernilla Wittung-Stafshede
Mitglied des Kuratoriums
Wissenschaftliche Leiterin Chemie
Pernilla Wittung-Stafshede promovierte 1996 in physikalischer Chemie an der Chalmers University of Technology, Göteborg, Schweden. Von 1997 bis 1998 arbeitete sie als Postdoc am California Institute of Technology, Pasadena, Kalifornien, USA. Im Jahr 1999 begann sie ihre unabhängige Karriere als Assistenzprofessorin für Chemie an der Tulane University, New Orleans, Louisiana, USA. Sie erhielt eine Festanstellung und wurde 2002 zum Associate Professor befördert. Im Jahr 2004 wechselte sie an die Rice University, Houston, Texas, USA, als Associate Professor mit Festanstellung in der Abteilung Biochemie und Zellbiologie.
Nach fünf Jahren, im Jahr 2008, kehrte sie nach Schweden zurück und wurde Full Professor der Chemie an der Umeå University im Norden Schwedens. Dort war sie sieben Jahre tätig, bevor sie 2015 nach Göteborg an den damals neu gegründeten Fachbereich Biologie und Bioingenieurwesen wechselte und dort die ersten drei Jahre als Leiterin der Abteilung Chemische Biologie agierte. 2025 ging Sie als Charles W. Duncan, Jr.-Welch Professorin für Chemie zurück an die Rice University. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Biophysik der Proteinfaltung, wobei sie eine Reihe von biophysikalischen Werkzeugen einsetzt. Bahnbrechende Entdeckungen machte sie zur Rolle von Metallen bei der Proteinfaltung, zu makromolekularen Verdrängungseffekten bei Faltungsreaktionen sowie zu Mechanismen von Kupfertransportproteinen. Aktuell liegt ihr Schwerpunkt auf der Rolle dieser Proteine bei Krebs und ihrer Kreuzreaktivität als Modulator der Amyloidbildung in neurodegenerativen Erkrankungen. Wittung-Stafshede hat über 270 begutachtete wissenschaftliche Artikel sowie mehr als 50 populärwissenschaftliche Beiträge veröffentlicht (Stand: Oktober 2024).
Wittung-Stafshede wurde 2016 in die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften und 2020 in die Königlich Schwedische Akademie der Ingenieurwissenschaften gewählt. Im Jahr 2024 wurde sie Ehrenmitglied (Honorary Fellow) der Royal Society of Chemistry und in die Europäische Akademie der Wissenschaften sowie in die Finnische Akademie der Wissenschaften und Literatur aufgenommen. Zusätzlich wurde sie 2025 in die Houston Philosophical Society gewählt.
Im Laufe ihrer Karriere erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Arrhenius-Medaille, den IUPAC Distinguished Women in Chemistry and Chemical Engineering Award, den CPRIT Established Investigator Award 2025 sowie die Ernennung zum Fellow der Biophysical Society. 2020 trat sie dem Nobelpreiskomitee für Chemie bei und wurde 2021 Mitglied des Councils der Lindauer Nobelpreisträgertagungen.
Im Laufe der Jahre hat sie viele junge Wissenschaftler/innen ausgebildet, darunter zahlreiche Frauen und Angehörige von Minderheiten. Im Jahr 2019 initiierte sie das zehnjährige Gender-Equality-Programm „Genie“ (Gender Initiative for Excellence) an der Chalmers University (chalmers.se/genie). Das Programm zielt darauf ab, wissenschaftliche Exzellenz durch gezielte Berufungen und Veränderungen in der akademischen Kultur und im System zu fördern. Wittung-Stafshede leitete „Genie“ während der ersten vier Jahre, von 2019 bis 2022. Heute ist sie eine prominente Sprecherin für Geschlechtergleichstellung in Schweden und international und hält häufig Vorträge zu diesem Thema.