Prof. Dr. Lars Bergström

Korrespondierendes Mitglied des Kuratoriums

Wissenschaftlicher Leiter Physik

 

Professor für theoretische Physik, Universität Stockholm, ehem. Sekretär des Nobelkomitees für Physik (2004 – 2015)

Lars Bergström promovierte 1981 an der Königlichen Technischen Hochschule in Stockholm in der Abteilung für theoretische Physik. Seine Doktorarbeit befasste sich mit den Interaktionen von Quarks und Gluonen im gebundenen Zustand, einschließlich der Effekte der speziellen Relativitätstheorie. Anschließend verbrachte er zwei Jahre am CERN in Genf, wo er weiter an der Theorie von Elementarteilchen arbeitete. Nach seinem Wechsel an die Universität Stockholm spezialisierte sich Bergström auf Astrophysik und Kosmologie. Sein besonderes Interesse gilt dem Zusammenspiel von fundamentaler Teilchenphysik und Kosmologie, zum Beispiel der Modellierung der noch unbekannten dunklen Materie des Universums. In diesem Fachbereich gründete er das Oskar-Klein-Zentrum (Oskar Klein Centre, OKC), ein Kompetenzzentrum, in dem Wissenschaftler*innen Theorien und Experimente zu zwei der grundlegendsten Fragen der heutigen Kosmologie erarbeiten: die der dunklen Materie und die der dunklen Energie.

Zu den weiteren Projekten gehört die Analyse von Daten, die mit dem Fermi Gamma-ray Space Telescope seit dessen Start im Jahr 2008 gesammelt wurden. Derzeitige Forschungsinteressen von Prof. Bergström im Zusammenhang mit dem OKC umfassen die Supernova-Kosmologie und Untersuchungen des galaktischen Zentrums, wo ein schwarzes Loch von 4 Millionen Sonnenmassen lauert und von wo aus mögliche Signale der dunklen Materie untersucht werden können.

Bergström ist Autor von über 200 Forschungsarbeiten und sechs Büchern, darunter das Universitätslehrbuch „Cosmology and Astroparticle Physics“ (gemeinsam mit seinem Kollegen A. Goodbar), das 2004 im Praxis/Springer Verlag veröffentlicht wurde.

Im Jahr 2004 wurde er zum Sekretär des Nobelkomitees für Physik ernannt, eine Position, die er bis 2015 inne hatte. Er ist Mitglied der Physics Class der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, wo er seit 2019 Vizepräsident ist. Seit 2004 ist er korrespondierendes Mitglied des Kuratoriums für Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau und organisiert als wissenschaftlicher Leiter das der Physik gewidmete wissenschaftliche Programm der Lindauer Tagungen mit.