Lindau – der Rückblick

Eine Woche Nobelpreisträgertreffen liegt hinter uns und wir hatten ein wenig Zeit, die Eindrücke zu verarbeiten und natürlich auch die Fotos durchzusehen. Ich war leider zu faul, meine Digicam jeden Tag mitzunehmen und die Bedingungen vor Ort haben der Kamera in meinem iPhone ganz klar ihre Grenzen aufgezeigt, trotzdem habe ich etwa ein Dutzend nette Fotos mit zurückgebracht, und darüber hinaus eine ganze Reihe neuer Einsichten und Erkenntnisse.


Blick über den Bodensee mit der Insel Lindau links im Bild.

Auffällig war natürlich die Molbio-Lastigkeit des Treffens insgesamt, mit mehr Chemikern als Medizinern vor Ort. Ein Grund dafür ist natürlich, dass die spannendsten Entdeckungen der letzten paar Jahrzehnte auf molekularer Ebene stattgefunden haben, was sich auch in den Nobelpreisen niederschlägt. Außerdem verschwimmen die Grenzen zwischen den Disziplinen so oder so immer mehr, und viele der medizinisch interessantesten Entdeckungen gehen auf chemische oder gar physikalische Fragestellungen zurück. Tom Steitz jedenfalls meinte mir gegenüber, sein eigentliches Forschungsinteresse beim Ribosom habe dem Reaktionsmechanismus im katalytisch aktiven Zentrum gegolten – mithin einem zentralen chemischen Thema.


Ohne Biologie und Chemie geht in der Medizin kaum noch etwas.

Und welche Nobelpreisträger jedes Mal eingeladen werden ist natürlich auch kein reiner Zufall. Es ist ja durchaus gewollt, dass die Treffen immer interdisziplinärer werden, eine derartige Mischung werden wir in Zukunft wohl häufiger sehen. Bemerkenswert ist es in der Medizin vor allem deswegen, weil zwischen Forschung und Praxis hier inzwischen eine große kulturelle Lücke klafft: Während in den Labors molekulare ind biochemische Techniken längst Einzug gehalten haben, trifft man sie in der Klinik und am Patienten nur in speziellen Fällen ein – hier steht zwangsläufig ein Kulturwandel an, dessen Protagonisten die Nachwuchswissenschaftler im Publikum sein werden.


Interdisziplinärer Haufen: Die Laureaten in Lindau

Und zuletzt ist Gesundheit nicht allein eine Frage der Wissenschaft, sondern auch von Politik und vor allem Ökonomie. Gerade wirtschaftliche und politische Fehlentwicklungen gefährden in vielen Ländern die Fortschritte der letzten Jahrzehnte, und die Industrienationen sind keineswegs dagegen gefeit. Allein mit guter Forschung sind die Herausforderungen der Zukunft nicht zu bewältigen sein – die neue Generation der Wissenschaft muss politischer sein denn je, um das Versprechen einer besseren Zukunft für alle Menschen einzulösen.


“Es ist eure Zukunft, und ihr müsst sie gestalten. VielGlück!” – standing ovations für Christian de Duve.

 


Spektrum-Chefredakteur Carsten Könneker im Gespräch mit Chemie-Nobelpreisträger Harry Kroto.

 


Begehrte Trophäe: Die Lindau-Tasche

 


Jungwissenschaftler auf Beutezug…

 


…und bei der Nahrungsaufnahme.

 


Das Wetter war allerdings nicht immer ganz trocken.

 


Beatrice Lugger und Christian Rapp beim Bayrischen Abend.

 


Nicht nur Eichhörnchen legen Vorräte für harte Zeiten an.

 


Wasserbrücke bei Hochspannung (15 kV): Wie funktioniert das?

 


Zum Abschluss noch mal ein Blick auf die österreichische Seite des Bodensees.

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