Kleine Stilkritik – die Lindau-Tasche

 

Es ist mal wieder an der Zeit, mein qualifiziertes ästhetisches Urteil zur diesjährigen Tagungstasche abzugeben. Jeder Teilnehmer kriegt ja ein Willkommenspaket, dessen Inhalt jedes Jahr ziemlich gleich ist und den Oliver Schuster schon vor zwei Jahren erschöpfend verbloggt hat. Man kriegt den ganzen Kram natürlich nicht lose in die Hand gedrückt, sondern in einer eigenen Konferenztasche, und die ist hier in Lindau etwas hochwertiger als sonst so.

Das Material ist strapazierfähig und aussen gummiert, so dass die Tasche nicht nur wasserdicht, sondern auch schön stabil ist. Außerdem ist sie groß genug, um einen Laptop samt zubehör aufzunehmen und dank des breiten, verstellbaren Riemen auch bequem zu tragen. Ist schon eine tolle Sache, und die Taschen beziehungsweise ihre Träger prägen für die Dauer des Nobelpreisträgertreffen das Lindauer Straßenbild.

Die Retro-Tasche von 2009. Zum Vergrößern klicken. Bild: Marc Scheloske

Das Aussehen der Tasche wechselt von Jahr zu Jahr, und beim letzten Lindauer Treffen hatte man extra einen Designpreis für eben jene Tasche ausgeschrieben. Das Ergebnis hat mich persönlich nicht vom Hocker gerissen, deswegen habe ich auch darauf verzichtet, mir nach der Konferenz eine zu beschaffen. Die Tasche von 2009 dagegen hat mir mit ihrem Retro-Look ausgesprochen gut gefallen und ist nach wie vor in Gebrauch. 

 

Die Tasche in Großaufnahme. Zum Vergrößern klicken. Bild: Lars Fischer

Die Tasche dieses Jahr ist ebenfalls sehr gut gelungen, finde ich – hier präsentiert von Mit-Blogger Marcus Jahnel, der als regulärer Teilnehmer das Willkommenspaket bekommen hat.

Sie ist einfarbig marineblau gehalten, wie 2009 mit der laufenden Nummer des Treffens als dominierendem grafischen Element. Der Schriftzug selbst ist etwas dezenter, aber im Gegensatz zum letzten Jahr gut lesbar und geht nicht in einem unruhigen Hintergrundmuster unter.

Inzwischen sind die Taschen ja so ein bisschen zum Markenzeichen der Veranstaltung geworden und das aktuelle Exemplar wird diesem Anspruch auf jeden Fall vollauf gerecht. Ich persönlich muss mich noch entscheiden, ob sie die 2009-Tasche in dieser Hinsicht schlägt, aber ich werde auf jeden Fall versuchen, mir eine zu sichern.

Was sagen meine modisch interessierten Leser?

About Lars Fischer

View All Posts

6 comments on “Kleine Stilkritik – die Lindau-Tasche

  • Das Design ist in der Tat ganz nett geworden, gefällt mir auch besser als die 60er-Variante, allerdings hast du recht: An die 59 kommt es nicht dran.

    Was mir auffällt: Auch dieses Jahr ist es leider wieder eine Plastik-Tasche geworden. Nachdem man im letzten Jahr so viel zum Thema Climate Change & Sustainability geredet hat, hätte man vielleicht wirklich auf nachwachsende und vor allem auch abbaubare Materialien für die Tasche setzen können. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Stoff-Gegenstück so viel teurer als die Plastik-Variante wäre ;)

    Reply
  • voerdus says:

    Finde die diesjährige Tasche von den Fotos her ziemlich schick, vieleicht ein bisschen zu “glossy” oder liegt das an den Bildern?

    Welche Frage ich mir stelle, ist wie du dir eine solche Tasche zu sichern versuchst. Gibt die tatsächlich ein Teilnehmer her, oder gibt es irgendwo Überschuss?

    Reply
  • Als Unbeteiligter, der darüberhinaus Konferenztaschen aus ökologischen (und meist auch ästhetischen) Gründen nicht annimmt, kann ich ganz klar sagen: die 59er-Tasche schlägt die 61er um Längen (über die 60er decken wir den Mantel des Schweigens). Was die Materialien angeht: Plastik ist mir einfach zu prä-Peak-Oil und Stoff ist normalerweise sinnlos, weil man Laptop und anderes technisches Gerät nicht in einem einkaufbeutelartigen Sack herumtragen möchte. Ich schlage deshalb für das nächste Treffen Taschen aus recycelten LKW-Planen vor. Und wenn ihr für das Design tatsächlich 500 Euro zahlt (wie bei der 60er), sagt Bescheid, dann macht mein Bruder euch ein vernünftiges Design (er hat auch das Logo für Kein Deutsch ins Grundgesetz und das neue Logo fürs Blogspektrogramm entworfen). Yes, ich habe es in einem einzigen Kommentar geschafft, unqualifiziert über Mode zu reden, mich als Ökoyuppie der Prenzlauer-Berg-Variante zu outen, zwei thematisch irrelevante Sprachlogbeiträge zu verlinken und Werbung für Familienmitglieder zu machen. Das Leben ist schön.

    Reply
  • Also ich ging bei Stofftaschen auch nicht unbedingt von Jutebeuteln aus. Jede schlichte Armeetasche, die man heutzutage oft sieht, ist aus einfacher Canvas Baumwolle. Eignet sich auch zum transportieren von technischem Gerät und ist komplett aus Naturfasern. ;)

    Reply
  • Als Frau, die nur eine Handtasche besitzt (weil Handtaschenwechsel für mich fast so blöd wie Wohnungswechsel ist), kann ich nur sagen, daß mir das Design solcher Dinger vollkommen peng ist. Würde ich außerhalb der Konferenz mit Sicherheit auch nie mehr wieder benutzen. (Frauen mit Handtaschenfetisch vermutlich erst recht nicht – die haben noch ganz andere Ansprüche.) Daher können die Teile aussehen, wie sie wollen. Es spielt schlicht keine Rolle. ;-)

    Aber wenn die Taschen schon sein müssen, wäre Nachhaltigkeit gerade im Hinblick auf die meist wohl nur einmalige Verwendung erst recht zu empfehlen. Dann kann man sie einfach in die Biotonne schmeißen und gut ist’s. http://www.manomama.de hat da auf Twitter schon einiges an Möglichkeiten angedeutet.

    Reply

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *