Gesundheitsforschung interaktiv entdecken – Ausstellung auf der Mainau 2011

Auf eines war ich während dieser Tagung die ganze Zeit besonders gespannt: den Abschlusstag, die Fahrt auf die Mainau und endlich einen Blick in den Pavillon werfen, den ich inhaltlich gestaltet habe. Zwar kenne ich die Entwürfe und Layouts natürlich auf Papier und auch als pdfs, aber wie sieht es dann wirklich aus und wie wird es genutzt?

Der Abschlusstag der Nobelpreisträgertagung führt traditionell auf die Mainau. Dort finden seit drei Jahren nicht nur zusätzliche Paneldiskussionen statt – in diesem Jahr ‘Global Health’, entsprechend dem Leitthema der Tagung. Zusätzlich gibt es die Ausstellung, die auch als Brücke von der wissenschaftlichen Nobelpreisträgertagung zur breiten Öffentlichkeit dient.

„Entdeckungen 2011: Gesundheit“ ist eine dreimonatige Ausstellung zu zentralen Bereichen der Gesundheitsforschung und eines der Highlights im Wissenschaftsjahr 2011 „Forschung für unsere Gesundheit“. Die Ausstellung zeigt unter anderem, welche Erfolge es bei der Prävention und Behandlung der Volkskrankheit Diabetes gibt, wie vielseitig die moderne Biotechnologie eingesetzt werden kann und weshalb Sport und gesunde Ernährung noch immer die effektivsten Präventionsmaßnahmen sind. Darüber hinaus finden die Themen Infektionskrankheiten, Krebs und Seltene Erkrankungen Platz und es wird Basiswissen über die Funktionsweise des Gehirns sowie über die Wirkung von Hormonen vermittelt. Auch auf Kräuterwissen, Naturarzneien und die Wirkung bestimmter pflanzlicher Inhaltsstoffe geht die Ausstellung ein.

 

Mainau Pavillon Lugger

In diesem (‘meinem’) Eingangs- oder Ausgangspavillon wird das Thema Gesundheit auf fünf großen Tafeln von Weltgesundheit bis Heilen umrissen und Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern werden jeweils eigene Fragen gestellt, deren Antworten sie unter dem aufklappbaren Deckel finden. Es scheint gut zu funktionieren, denn die Besucher stellen sich angeregt gegenseitig Fragen. Wer die Antwort weiß, zeigt sich stolz. Manches wird zweimal aufgeklappt, um nochmals genauer nachzulesen. Das freut mich natürlich.

 

Pavillons

In 18 solcher weißer Pavillons sollen schließlich Exponate und Aktionen zum MItmachen den Forschergeist und Wissensdrang von Besuchern aller Altersgruppen wecken. Auf verständliche und spielerische Weise vermitteln die verschiedenen Beiträge der Ausstellung einen Eindruck von der Innovationskraft der Gesundheitsforschung. Spitzenuniversitäten, Forschungszentren, renommierte Forschungsorganisationen und innovative Unternehmen beteiligen sich als Ausstellungspartner mit je einem eigenen Pavillon. Fragen, die hier behandelt werden sind etwa: Werden Blinde mit einem Netzhaut-Chip wieder sehen können? Gegen welche Krebsarten schützen Impfungen? Wie kann Diabetes vorgebeugt werden? Wie viel Heilkraft steckt in Pflanzen?

Apil Dev Neupane

Dass für Gesundheitschecks nicht immer High-tech vonnöten ist, zeigen diese Pavillons auch. Apil Dev Neupane aus Nepal, Teilnehmer der Lindau Nobelpreisträgertagung überprüft auf diesem einfachen Podest, wie weit er mit seinen Händen reichen kann, wenn er sich bückt, ohne die Knie zu beugen. Insgesamt gefällt mir die Ausstellung wieder sehr gut. Aber ich bin natürlich Interessen getrieben. Wer mir trotzdem glaubt und sowieso mal die schöne Blumeninsel am Bodensee besuchen wollte, dem sei verraten, dass die Ausstellung noch bis 4. September 2011 zu sehen sein wird. 

Beatrice Lugger

About Beatrice Lugger

Beatrice Lugger is a science journalist and science social media specialist with a background as a chemist. She is Deputy Scientific Director of the National Institute for Science Communication, NaWik – nawik.de – and a consultant for this blog. @BLugger is her twitter handle, Quantensprung her own blog.

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2 comments on “Gesundheitsforschung interaktiv entdecken – Ausstellung auf der Mainau 2011

  • Sieht gut aus! Wie kann man sich denn die Entwicklung so eines Projektes vorstellen? Recherchierst du erstmal, was so Sache ist und setzt dich dann mit einem Designer zusammen, um ein Konzept zu entwickeln oder wie funktioniert das?

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  • So leicht ist das nicht zu erzählen. Designlinie gab es schon. Inhaltliche Wünsche auch. Doch dann eben so, wie Du vermutest. Recherchieren, Themen bündeln, überlegen, wie präsentieren, was draus machen. Sollte interaktiv sein. Also Frage/Antwort-Spiel. Idee mit Klappen etc. Mehr gerne direkt.

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