Faces – Young Scientist Steckbrief: Meghan Azad

Die Wissenschaft schläft nicht. Vor allem nicht an bayerischen Feiertagen. In der neuesten Ausgabe von „Faces“ widmen wir uns Meghan Azad aus Kanada.

Über Faces: „Faces“ ist eine neue Serie des Lindau Blogs. Sie zeigt die herausragenden Nachwuchswissenschaftler der Lindauer Nobelpreisträgertagungen und beleuchtet ihre Geschichten und Gedanken.

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Über ihre Forschungsinteressen:

„Als Teil der Canadian Healthy Infant Longitudinal Development (CHILD) Studie untersuche ich, welchen Einfluss Lebensstil und Umwelteinflüsse auf den alarmierenden Anstieg von Allergien und Fettleibigkeit bei Kindern haben. Besonders interessiert mich dabei die Rolle der Darmflora (die unzähligen „guten“ Bakterien, die in unseren Gedärmen leben). Bisher konnte ich mit meiner Forschung zeigen, dass Kaiserschnittgeburten und das Stillen mit der Flasche die Darmflora von Kleinkindern negativ beeinflussen und das bestimmte Veränderungen der Darmflora mit den frühen Stadien von Fettleibigkeit und Essensallergien in Verbindung stehen.“

 

Über die Herausforderung, eine Wissenschaftlerin zu sein:

„Natürlich kommt in der Forschung auch manchmal Frust auf, etwa wenn Experimente fehlschlagen, Geräte nicht funktionieren, Computer abstürzen oder wenn en Paper abgelehnt wird. Manchmal war es auch schwierig, meine Karriere mit der meines Partners zu ko-ordinieren und auch das Einhalten einer Work-Life-Balance kann eine Herausforderung sein, denn die Wissenschaft schläft nie und es gibt immer einen Forschungsbericht, der darauf wartet, geschrieben zu werden. Diese ganzen Herausforderungen gibt es aber nicht nur in der Wissenschaft. Insgesamt schätze ich mich glücklich, eine so exzellente Betreuung und finanzielle Unterstützung genießen zu dürfen. Letztendlich liebe ich das was ich tue – die große Spannung bei neuen Entdeckungen und dazu die Möglichkeit mit meiner Forschung nicht nur die Gesundheit einzelner, sondern auch der ganzen Bevölkerung positiv zu beeinflussen, motivieren mich ungemein. Ich kann mir gar nicht vorstellen, etwas anderes zu machen.“

 

Über ihren Weg nach Lindau:

„Ich wurde von den Canadian Institutes of Health Research, der kanadischen Hauptförderstelle für medizinische Forschung für meinen zweiten Platz im internationalen Wettbewerb der Banting Fellowship nominiert. Die Banting Fellowship ist Kanadas prestigeträchtigstes Post-Doc-Stipendium. Ich war glücklich über die Nominierung und begeistert, für die Nobelpreisträgertagung ausgewählt worden zu sein.“

 

Über ihre Erwartungen an das Lindau Nobel Laureate Meeting:

„Ich freue mich eigentlich auf jeden Aspekt der Tagung! Es ist eine unglaubliche Chance, von Dutzenden von Nobelpreisträgern und erfolgreichen Nachwuchswissenschaftlern aus der ganzen Welt lernen zu können. Ich bin gleichermaßen auf die Vorträge gespannt, wie auch auf die Möglichkeit, Meilensteine der Wissenschaft und die neueste Forschung zu diskutieren. Besonders interessieren mich dabei die Themen Telomerase, HIV und Onkogene. Ich freue mich ganz speziell darauf, die Laureaten zu treffen, die in Genetik, Immunologie und Mikrobiologie forschen, da diese Felder für meine eigene Forschung zur Darmflora besonders relevant sind. Einmal hatte ich bereits die Gelegenheit Nobelpreisträger Dr. Michael Bishop bei einer Konferenz zu treffen. Als einfache Studentin war ich mir damals noch unsicher, ob ich eine Karriere in der universitären Forschung anstreben sollte. Meine kurze Interaktion mit Dr. Bishop inspirierte mich aber es anzupacken. Sein Vortrag war faszinierend, aber was mich am meisten beeindruckt hat, war seine überraschend zugängliche Persönlichkeit und sein ansteckender Enthusiasmus für die medizinische Forschung. Von der Lindauer Nobelpreisträgertagung erwarte ich mir ähnliche Inspiration, nur in viel größerem Maßstab!“

 

Zum Schluss möchte sie noch „Danke“ sagen:

„Ich möchte mich ganz herzlich bei den CIHR dafür bedanken, dass sie meine Forschung unterstützen und mich zur Teilnahme an der Lindauer Nobelpreisträgertagung nominiert haben. Außerdem möchte ich gerne meiner Mentorin, Dr. Anita Kozyrski und meinen Kollegen der CHILD Studie, dem SyMBIOTA Forschungsteam und dem AllerGen Network Centre of Excellence für ihren Rat, ihre Unterstützung und die gute Zusammenarbeit danken.“

 

Meghan Azad wird an der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnehmen.

Vincenzo Hiemer

About Vincenzo Hiemer

Vincenzo Hiemer is part of the communications department of the Lindau Nobel Laureate Meetings. The graduated journalist functions as a social media editor and is responsible for coordinating the Lindau Blog together with Gero von der Stein.

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