Die mit der Kamera

‚Aus welchem Land bist Du?’, ‚Was ist Dein Schwerpunkt in der Forschung?’, ‚Sind bei Euch die Labors gut ausgestattet?’ – diese und viele vergleichbare Fragen hört man in Lindau während der Nobelpreisträgertagung sehr häufig. Kein Wunder. Treffen sich dort doch 580 junge Wissenschaftler aus fast 70 Ländern der Erde. Sechs von ihnen reden nicht nur darüber, wo sie herkommen und was sie sich von Lindau erwarten. Sie geben uns Antwort in Wort und Bild. In ihren ersten Filmen berichten uns

  • Albert Juma aus Kenia – derzeit an einem Helmholtz Zentrum in Berlin,
  • Casey Schwarz aus den USA,
  • Ghada Bassioni aus Ägypten,
  • Harsha Reddy aus Indien,
  • Heather Gray aus Südafrika – derzeit am CERN
  • und Pascal Neibecker aus Deutschland

davon, was sie sich von ihrer Woche in Lindau erhoffen, welche Institution sie für den Aufenthalt nominiert haben und sie werden uns am Ende eine Zusammenfassung ihrer Eindrücke der Tagung geben. Die ersten ihrer Filme gehen von heute an online.

Pascal Neibecker etwa freut sich ganz besonders auf Dan Shechtman: „Lustiger Weise können solche, von Shechtman entdeckten Quasikristalle auch in der Legierung, an der ich forsche, beobachtet werden.“ Der 23-Jährige untersucht derartige Aluminium, Lithium und Kupfer Legierungen, wie sie etwa in den Boostertanks der Ariane-Rakete verwendet werden. Besonders spannend findet er, „wie Shechtman sich durchgebissen hat, obwohl an seine Idee keiner geglaubt hat.“

Neibecker selbst geht offenkundig sehr konsequent seinen Weg. Der gebürtige Saarländer hat bereits während seiner Schulzeit am Juniorstudium in Materialwissenschaften der Universität Saarland teilgenommen. Daraufhin konnte er den Atlantis Bachelor in einem speziellen EU geförderten Studiengang für Materialwissenschaften und Maschinenbau machen – mit dabei waren ein Semester an der Luleå University of Technology in Schweden und zwei Semester an der Oregon State University in den USA. Wegen seines vorherigen Juniorstudiums verkürzte er die Studienzeit von acht auf sechs Semester und hatte am Ende sowohl den Bachelor in Materialwissenschaften als auch den Bachelor in Mechanical Engineering in der Tasche.

Jetzt ist er im zweiten Semester des Masterstudiengangs an der Technischen Universität München und kommt so mit Hilfe des Elitenetzwerk Bayern nach Lindau, mit deren Leiterin der Geschäftsstelle Beate Lindner er bereits vorab ein Interview gedreht hat.

Trotz aller Zielstrebigkeit gibt sich Neibecker aber durchaus sehr besonnen. Seine Quintessenz aus dem Leben seines Vorbilds Shechtman ist: „Man soll Forschung nicht nur nach dem ausrichten, womit man möglichst schnell erfolgreich sein kann. Vielleicht sind es gerade die Nischen und an denen sollte man dran bleiben.“ Wer weiß, vielleicht entdeckt er ja solche Nischen für sich während der Nobelpreisträgertagung und berichtet am Ende auch darüber.

 


Mehr Videos der weiteren 4 filmenden Teilnehmer gibt es heute und in den nächsten Tagen auf unseren Videoseiten. Die erste davon ist Ghada Bassioni aus Ägypten, die als ihr Forschungsmotto angibt: “Explaining what it is like to be a woman in a man’s world (physics)!”

Beatrice Lugger

About Beatrice Lugger

Beatrice Lugger is a science journalist and science social media specialist with a background as a chemist. She is Deputy Scientific Director of the National Institute for Science Communication, NaWik – nawik.de – and a consultant for this blog. @BLugger is her twitter handle, Quantensprung her own blog.

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