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Auf Flickr steht eine Auswahl an Fotos zum Download zur Verfügung. Zum Zweck der Berichterstattung dürfen diese Fotos kostenlos verwendet werden. Der Urheber sowie der Rechteinhaber sind bei jeder Veröffentlichung anzugeben. Auf Anfrage sind weitere Fotos erhältlich.

 

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Was erwartet Journalisten?

Akkreditierte Journalisten haben freien Zugang zu allen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Interviews können mit Nobelpreisträgern, Nachwuchswissenschaftlern und anderen Gästen vermittelt werden.

Die Lindauer Tagungen sind besonders für ihre lockere Atmosphäre bekannt. Sie bieten zahlreiche Gelegenheiten, sich am Rande der Veranstaltungen oder während des Rahmenprogramms mit den Tagungsteilnehmern ungezwungen auszutauschen.

 

 

Wir stellen Fotos, Hör- und Filmaufnahmen der Tagungen kostenfrei zur Verfügung:

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Wenn Sie Pressemitteilungen per Email erhalten möchten, kontaktieren Sie bitte das Kommunikationsteam.

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News und Pressemitteilungen

Hier finden Sie eine Auswahl an News und Pressemitteilungen zu den Lindauer Tagungen, zur Arbeit von Kuratorium und Stiftung sowie zu Outreach-Projekten. Weitere Informationen sind auf Anfrage erhältlich.

 

 

Pressemitteilung, 22. August 2017

Mario Draghi eröffnet Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften – 17 Nobelpreisträger und 350 Nachwuchsökonomen nehmen teil

Zum Auftakt der 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften hält der Präsident der Europäischen Zentralbank Mario Draghi am morgigen Mittwoch, den 23. August die Eröffnungsrede. An der Tagung nehmen 17 Nobelpreisträger und 350 Nachwuchsökonomen aus 66 Ländern teil. Bis Samstag, den 26. August haben sie Gelegenheit zum intensiven Austausch miteinander. Zu den teilnehmenden Preisträgern zählen Oliver Hart und Bengt Holmström, die 2016 gemeinsam den „Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel“ erhielten, der gemeinhin als Wirtschaftsnobelpreis bezeichnet wird.

 

Die Präsidentin des Kuratoriums der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, sagte im Vorfeld mit Blick auf ihre Eröffnungsrede: „Ich möchte herausstellen, dass Lindau schon immer eine passende Antwort auf Isolationismus gegeben hat: Hunderte der besten Köpfe von allen Kontinenten diskutieren hier neue Ansätze und teilen ihre Perspektiven. In Lindau führte der internationale und generationenübergreifende Dialog in der Vergangenheit zu konstruktiven Lösungsansätzen für manche Herausforderung unserer Zeit. Das erhoffe ich mir auch von der diesjährigen Tagung.“

 

Zu den Kernthemen der Lindauer Tagung zählen die soziale Ungleichheit, die Forschung im Bereich der Vertrags- und Organisationstheorie sowie die Geld- und Fiskalpolitik. Mit Spannung werden die Ausführungen Mario Draghis erwartet. Der EZB-Präsident wird über die Wechselwirkungen zwischen Forschung und geldpolitischer Entscheidungsfindung sprechen und darüber reflektieren, wie beide sich als Reaktion auf die Finanzkrise weiterentwickelt haben. Mario Draghi hat selbst lange Jahre als Ökonomieprofessor an italienischen Universitäten gelehrt.

 

Im Rahmen des Get-Together im Dornier Museum in Friedrichshafen spricht am Mittwochabend der Chef des Bundeskanzleramts, Bundesminister Peter Altmaier, als Vertreter der Bundesregierung. Nach Angaben des Bundeskanzleramts wird er in seiner Rede die Relevanz von internationaler Verständigung und Multilateralismus – gerade in Zeiten von Abschottung und Separatismus – hervorheben.

 

Die teilnehmenden Nachwuchsökonomen sind exzellente Studierende, Doktoranden und Postdoktoranden unter 35 Jahren, die ein mehrstufiges internationales Auswahlverfahren durchlaufen haben. Sie erwartet ein Programm mit Vorträgen der Preisträger und Podiumsdiskussionen. In diesem Jahr gibt es erstmals Seminare, in denen mehr als 80 Nachwuchsökonomen ihre eigene Forschungsarbeit vor bis zu sechs Preisträgern präsentieren und individuelles Feedback erhalten werden.

Am Samstag, den 26. August findet eine Schifffahrt auf dem Bodensee zur Insel Mainau statt, wo die Tagung mit einer Podiumsdiskussion zu den Herausforderungen der sozialen Ungleichheit in der Welt endet.

 

Seit ihrer Gründung im Jahr 1951 haben sich die Lindauer Nobelpreisträgertagungen zu einem weltweit einzigartigen Forum für den internationalen Austausch in den naturwissenschaftlichen Disziplinen und seit 2004 auch in den Wirtschaftswissenschaften entwickelt. Die Tagungen dienen dem Wissenstransfer, der Inspiration und der Vernetzung von Wissenschaftlern.

 

 

Pressemitteilung, 30. Juni 2017

Abschluss der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung –
Klaus Kleinfeld wird Ehrensenator der Stiftung

Auf der Insel Mainau endete heute die 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung mit einer Podiumsdiskussion zur Ethik in der Wissenschaft. Kuratoriumspräsidentin Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg verabschiedete die Teilnehmer aus knapp 80 Ländern.

28 Nobelpreisträger und 420 internationale Nachwuchswissenschaftler hatten sich eine Woche lang in Lindau zentralen Themen der Chemie gewidmet und die Rolle der Wissenschaft im „postfaktischen“ Zeitalter diskutiert. Auf Einladung des Landes Baden-Württemberg waren die Teilnehmer wie jedes Jahr zum Tagungsabschluss per Schiff von Lindau auf die Insel Mainau gefahren. Dort wurde der deutsche Spitzenmanager Klaus Kleinfeld in den Ehrensenat der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen aufgenommen.

 

„Wir konnten in dieser Woche hautnah erleben, wie mitreißend es ist, wenn Forscher aus der ganzen Welt gemeinsam für die zentrale Bedeutung von Fakten einstehen. Von Lindau ging ein Signal der Stärke und Einheit aus“, sagte Bettina Gräfin Bernadotte. Die Nachwuchswissenschaftlerin Hlamulo Makelane aus Südafrika resümierte über die Tagungswoche: „Es war unglaublich inspirierend, die Nobelpreisträger zu treffen. Sie sind so unprätentiös, ganz normale Menschen – das gibt mir Hoffnung, dass ich auch einmal so viel erreichen kann wie sie“. Im Namen der Nachwuchswissenschaftler hielt Makelane während der Abschlussveranstaltung auf der Insel Mainau eine Ansprache.

 

Vorher stand die Podiumsdiskussion zum Thema „Ethik in der Wissenschaft“ auf dem Programm. Zu den Podiumsteilnehmern gehörten der Nobelpreisträger Martin Chalfie, der Chemieprofessor Jeffrey D. Kovac (Universität Tennessee), die Nachwuchswissenschaftler Michael Lerch (Universität Groningen) und Karen Stroobants (Universität Cambridge) sowie Ahmet Üzümcü, der Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen in Den Haag (OPCW). Üzümcü hatte 2013 den Friedensnobelpreis für die OPCW entgegengenommen. Sie diskutierten, welche Faktoren unethisches Verhalten fördern, welche Auswirkungen dies auf das Verhältnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft hat und wie man sich als Chemiker ethisch verhalten kann.

 

Bei der Aufnahme Klaus Kleinfelds in den Ehrensenat der Stiftung würdigte Jürgen Kluge, Vorsitzender des Vorstands, die herausragenden Qualitäten des ehemaligen CEOs von Siemens und Alcoa. „Ein integraler Bestandteil seines Führungsstils ist die Überzeugung, dass Entscheidungsträger zum einen persönlich unabhängig, aber zugleich auch Teamplayer sein müssen.“ Kluge dankte Kleinfeld im Namen des Vorstands für die jahrelange Begleitung und Unterstützung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen.

 

Die Schiffsfahrt mit der MS Sonnenkönigin und ein Picknick auf den Wiesen vor Schloss Mainau nutzten die Teilnehmer zum informellen Austausch. Eingeladen zu diesem Programm hatte das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Ministerin Theresia Bauer wurde vertreten durch Ministerialdirektor Ulrich Steinbach. „Ethik ist zentral für Wissenschaft und Forschung – gerade in einer Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse als ‚unwahr‘ deklariert werden.“, sagte Steinbach im Hinblick auf das Abschlussprogramm.

 

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Traditionell bildet den Abschluss ein Ausflug auf die Insel Mainau, den Sitz der Familie Bernadotte af Wisborg. Lennart Graf Bernadotte war Mitbegründer der Tagungen und langjähriger Präsident des Kuratoriums.

 

 

Pressemitteilung, 28. Juni 2017

21 Lehrer zu Gast bei der Lindauer Nobelpreisträgertagung

Auch Nobelpreisträger haben mal klein angefangen – in der Schule. Und viele sind sich darin einig: Wenn bei Kindern bereits im Unterricht die Begeisterung für Wissenschaft und Forschung geweckt wird, dann liegt dies maßgeblich an den Lehrern. 21 Lehrkräfte aus Deutschland und Österreich sind bei der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung zu Gast – als Anerkennung für ihr besonderes Engagement bei der Wissensvermittlung in und außerhalb des Klassenzimmers. Hier treffen sie auf 28 Nobelpreisträger sowie 420 der besten Nachwuchswissenschaftler aus 78 Ländern. Die teilnehmenden Lehrer können in Lindau zahlreichen Vorträgen und Diskussionen beiwohnen. Außerdem erhalten sie in einem Workshop des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik neue Impulse für zukünftige Unterrichtsstunden. Bei einem Lunch mit Nobelpreisträgern und am Rande des wissenschaftlichen Programms bietet sich die Gelegenheit zum informellen Austausch mit den Laureaten.

 

Seit 2011 ist das Programm „Teaching Spirit“ fester Bestandteil der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Um hierzu eingeladen zu werden, müssen die Lehrer von kooperierenden Organisationen und Bildungsträgern, wie beispielsweise der Internationalen Bodenseekonferenz, nominiert und anschließend vom Kuratorium der Tagungen ausgewählt werden. Eine Anerkennung, die nur wenigen zuteilwird.

 

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen setzen sich für mehr und bessere multimediale Schulbildungsangebote ein. In Kooperation mit Anbietern pädagogischer Materialien werden fortlaufend ausgewählte Mediathek-Inhalte für den Einsatz im Schulunterricht aufbereitet und so modernen Rezeptionsgewohnheiten angepasst. Die Mediathek spiegelt die vielfältige Geschichte des wissenschaftlichen Dialogs  – zu ihren Inhalten zählen neben kurzen, animierten Erklärfilmen Aufnahmen von mehr als 500 Vorträgen, die seit 1951 von Nobelpreisträgern in Lindau gehalten wurden.

 

 

Pressemitteilung, 27. Juni 2017

Eröffnung des Lindauer Wissenspfads: Ganzjährige Wissensvermittlung von Nobelpreisträgerforschung

Der Lindauer Wissenspfad wird im Rahmen der 67. Lindauer Nobel-preisträgertagung eröffnet. Der Bayerische Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle, wird am Donnerstag, den 29. Juni 2017 um 17:30 Uhr am Lindauer Hafen einen der Wissenspylonen feierlich enthüllen. Das Projekt umfasst insgesamt 18 Pylonen in Lindau und drei auf der Insel Mainau.

 

Die Stelen vermitteln auf leicht verständliche Art und Weise Wissen aus den Bereichen der Nobelpreisdisziplinen: Physik, Chemie, Medizin, Frieden, Literatur und den Wirtschaftswissenschaften. Zwei allgemeine Stelen zu Alfred Nobel und den Lindauer Nobelpreisträgertagungen vervollständigen den Wissenspfad. Jede Stele hat sowohl eine deutschsprachige als auch eine englischsprachige Seite.

 

Viele der Nobelpreisträger, deren Forschung auf den Wissenspylonen vorgestellt wird, waren bereits in Lindau zu Gast. Oberbürgermeister Gerhard Ecker betont: „Mit dem Wissenspfad dokumentieren die No-belpreisträger und die Stadt Lindau ihre enge Verbundenheit.“

 

Es ist der Anspruch der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, Wissen auch über die Tagungswoche hinaus und für ein breites Publikum zu vermitteln. Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau, unterstreicht: „Wissenschaft ist nichts Exklusives. Sie umgibt uns alle permanent, und genau das ist an den Stationen zu erleben und zu spüren. Insbesondere junge Menschen können damit Begeisterung für die Naturwissenschaften entwickeln – eines der zentralen Anliegen unseres Kuratoriums.“

 

Die Kinderspuren des Wissenspfads sind speziell auf die jüngere Ziel-gruppe zugeschnitten. Schulklassen können sich außerdem auf interaktive Schülerführungen freuen. Die begleitende App ergänzt den Lindauer Wissenspfad durch vielfältige Funktionen, wie zum Beispiel einem Quiz. In der App kann man einige der Laureaten auch virtuell antreffen. Die Lindauer Wissenspfad-App steht ab sofort kostenlos zum Download zur Verfügung.

 

Fredy Raas, Vorsitzender des Stiftungsvorstands der Prof. Otto Beisheim Stiftung, ergänzt: „Die Eröffnung des Lindauer Wissenspfads ist für die Beisheim Stiftung ein Meilenstein im Aufbau ihrer Aktivitäten. Die Verbindung von physischen Stelen und digitaler Applikation ist ein attraktives Konzept, um Schulklassen und Jugendliche für Innovationen zu begeistern – ein Thema, das auch unserem Stifter stets ein Anliegen war.“

 

Das Projekt der Lindauer Nobelpreisträgertagungen wird von der Stadt Lindau und der Prof. Otto Beisheim Stiftung unterstützt.

 

Ein Foto vom Wissenspylon am Neuen Leuchtturm finden Sie hier.

 

 

Pressemitteilung, 25. Juni 2017

67. Lindauer Nobelpreisträgertagung mit Appell zum Klimaschutz eröffnet: 28 Nobelpreisträger und 420 Nachwuchswissenschaftler nehmen teil

In Lindau am Bodensee wurde heute die 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung feierlich eröffnet. Kuratoriumspräsidentin Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg begrüßte die Gäste aus rund 80 Ländern. 28 Nobelpreisträger und 420 internationale Nachwuchswissenschaftler nehmen bis Freitag, den 30. Juni an der Tagung teil, die in diesem Jahr der Chemie gewidmet ist.

 

In ihrer Eröffnungsrede mahnte Bernadotte, dass Wissenschaftler in Zeiten „postfaktischer“ Mentalität sich durchaus auch politisch engagieren müssten. „Wissenschaftler können nicht ignorieren, was in der Welt passiert. Einige Staatsoberhäupter, und auch Bürger, scheinen sich bedroht zu fühlen vom Fortschritt und der faktenbasierten Macht der Wissenschaft.“ Die Lindauer Tagung könne mit ihrem Fokus auf offenen und toleranten Dialog einen entsprechenden Gegenpol bilden. Sie rief die Nachwuchswissenschaftler dazu auf, sich in Lindau zu vernetzen und für die Wissenschaft einzustehen.

 

Eine Grundsatzrede von Steven Chu, Nobelpreisträger und ehemaliger US-Energieminister (2009-13) unter Barack Obama, wurde wegen einer kurzfristigen Verhinderung Chus von Nobelpreisträger William E. Moerner verlesen. Die Rede widmete sich den verheerenden Auswirkungen des nicht zu ignorierenden Klimawandels und hob die Relevanz faktenbasierter Forschung für die globale Klimapolitik hervor. Chu kritisierte die Haushaltskürzungen beim Umweltschutz unter der Trump-Administration und forderte eindringlich zu einem Umdenken der Menschheit angesichts der evidenten Gefahren des Klimawandels auf. Er mahnte: „Der Klimawandel kennt keine Ländergrenzen.“ Chu endete mit einem Appell an die anwesende nächste Generation der Wissenschaft: „Ich möchte die jungen Studenten, die diese Woche hier bei der Lindauer Tagung zusammenkommen, aufrufen, ihre Kräfte zu bündeln, um den Klimawandel zu bekämpfen.“

 

Steven Chu und William Moerner gehörten bei der Lindauer Tagung 2015 zu den Mitinitiatoren der Mainauer Deklaration zum Klimawandel. Neben dem Klimawandel und der Rolle der Wissenschaft in einem „postfaktischen“ Zeitalter gehören zu den Kernthemen der 67. Lindauer Tagung auch molekulare Maschinen. Für deren Entwicklung erhielten die beiden Tagungsteilnehmer Bernard Feringa und Jean-Pierre Sauvage 2016 gemeinsam mit Sir Fraser Stoddart den Chemienobelpreis. 

 

Bundesministerin Prof. Dr. Johanna Wanka vertrat Deutschland bei der Tagungseröffnung – das Bundesministerium für Bildung und Forschung zählt zu den größten Förderern der Lindauer Tagungen. In ihrer Rede unterstrich die Ministerin den besonderen Charakter der Tagung: „Vor allem die Möglichkeit zu Meinungsaustausch und Diskussion zwischen den Generationen – den Laureaten, den jungen Forschenden und Studierenden aus vielen Ländern der Welt – macht diese Veranstaltung so einzigartig“, sagte Wanka und betonte weiter: „Wir brauchen exzellente Köpfe, die den Fortschritt weiterbringen. Deshalb setzen wir in Deutschland viel darauf, die Wissenschaft in unserem Land zu stärken.“

 

Bis Freitag, den 30. Juni haben die teilnehmenden Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler ausgiebig Gelegenheit zum intensiven Austausch miteinander. Zahlreiche Vorträge, Diskussionen, Master Classes und erstmalig sogenannte Poster Flashes, bei denen ausgewählte Nachwuchswissenschaftler ihre Forschung in Kurzvorträgen präsentieren, stehen auf dem Programm.

 

Zum Abschluss findet am Freitag, den 30. Juni auf der Insel Mainau eine Podiumsdiskussion zum Thema „Ethik in der Wissenschaft“ statt. Unter den Diskutanten ist unter anderen Ahmet Üzümcü, Generaldirektor der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW). Üzümcü hatte für die Organisation 2013 den Friedensnobelpreis entgegengenommen.

 

Seit 1951 finden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee statt. Aufgrund der 2017 andauernden Modernisierung der örtlichen Inselhalle findet die Tagung dieses Jahr erneut im Lindauer Stadttheater statt. Die sonst übliche Zahl von rund 600 Teilnehmern musste entsprechend auf knapp 450 reduziert werden.

 

 

Pressemitteilung, 26. Mai 2017

360 Nachwuchsökonomen ausgewählt: Teilnahme an der
6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften zusammen
mit 19 Preisträgern

An der 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften werden 360 junge Wirtschaftswissenschaftler aus 66 Nationen teilnehmen und mit Trägern des Preises der Schwedischen Reichsbank für Wirtschafts¬wissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel zusammentreffen. Die Tagung findet vom 22. bis 26. August 2017 in Lindau am Bodensee statt.

 

Die Bewerber durchliefen ein mehrstufiges internationales Auswahlverfahren, an dem zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen, Universitäten und auch Preisträger beteiligt waren. Die ausgewählten Nachwuchsökonomen sind exzellente Studierende, Doktoranden und Postdoktoranden unter 35 Jahren. Der Frauenanteil der jungen Wirtschaftswissenschaftler liegt bei 43%. Die USA, Großbritannien, Österreich und die Schweiz sind neben Deutschland die am stärksten vertretenen Nationen.

 

„Das Teilnehmerfeld ist erstklassig, die Studierenden zählen zu den Besten ihres Fachs. Besonders freut mich, dass auch hervorragende Nachwuchswissenschaftler aus afrikanischen und asiatischen Entwicklungsländern an der Tagung teilnehmen werden“, erklärt Torsten Persson, Sekretär des Komitees für den Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel und Mitglied des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau. Professor Persson von der Universität Stockholm koordinierte das Auswahlverfahren gemeinsam mit Klaus Schmidt, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München, und Martin Hellwig, Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

 

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank, wird am 23. August die Eröffnungsrede der Lindauer Tagung halten. Zu den 2017 in Lindau teilnehmenden 19 Preisträgern zählen auch Oliver Hart und Bengt Holmström, die 2016 gemeinsam den Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel für ihre Beiträge zur Vertragstheorie erhielten. Zu den Kernthemen der Tagung zählen neben der Forschung im Bereich der Vertrags- und Organisationstheorie außerdem die Geld- und Fiskalpolitik sowie die soziale Ungleichheit.

 

Seit 2004 finden im Turnus von drei Jahren die Lindauer Tagungen der Wirtschaftswissenschaften statt. Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen, die den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen, der Physiologie/Medizin, der Physik und der Chemie gewidmet sind, gibt es seit 1951.

 

Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftler erwartet ein viertägiges Programm mit zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Einige von ihnen erhalten erstmals die Gelegenheit, ihre eigene Forschungsarbeit im Rahmen eines Seminars vorzustellen. Dabei diskutieren sie ihre Arbeit mit bis zu sechs Preisträgern und erhalten individuelles Feedback.
„Die Tagung fördert die wissenschaftliche Zusammenarbeit der Nachwuchsökonomen untereinander und bietet eine besondere Art der Interaktion mit den Preisträgern“, so Torsten Persson.

 

 

Pressemitteilung, 2. März 2017

Auswahlverfahren abgeschlossen: 420 Nachwuchswissenschaftler nehmen an der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung teil

Insgesamt 420 Nachwuchswissenschaftler aus 78 Ländern sind zur Teilnahme an der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung ausgewählt worden. Sie werden vom 25. bis 30. Juni 2017 mit Nobelpreisträgern am Bodensee zusammentreffen. Die diesjährige Tagung ist der Chemie gewidmet. 29 Nobelpreisträger haben ihre Teilnahme bereits bestätigt.

 

Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftler sind exzellente Studierende, Doktoranden und Post-Docs unter 35 Jahren aus dem Fachbereich Chemie. Die jungen Wissenschaftler haben ein mehrstufiges internationales Auswahlverfahren absolviert. 155 Wissenschaftsakademien, Universitäten, Stiftungen und forschende Unternehmen waren daran beteiligt. Neben den großen Forschungsnationen wie USA, Großbritannien, Japan, Israel und Deutschland sind auch Entwicklungsländer wie Bangladesch, Myanmar und Benin vertreten.

 

Der Frauenanteil der jungen Wissenschaftler liegt bei 45 Prozent. „Gerade für den Fachbereich Chemie ist das ein beachtlicher Anteil“, sagt Wolfgang Lubitz, Direktor des Max-Plack-Instituts für Chemische Energiekonversion, Vize-Präsident des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau und wissenschaftlicher Co-Leiter der Tagung.

 

„Die Qualität der Bewerber war wieder einmal immens hoch“, erklärt Burkhard Fricke, emeritierter Professor für Theoretische Physik und Koordinator des Auswahlverfahrens. „Einige Lebensläufe waren sehr beeindruckend. Bei so vielen hervorragenden jungen Wissenschaftlern ist es mehr als schade, dass wir nur 400 Teilnehmer einladen können.“ 

Die Teilnehmerzahl musste in diesem Jahr noch einmal von der sonst üblichen Zahl von knapp 600 Nachwuchswissenschaftlern auf 400 reduziert werden, da die örtliche Veranstaltungshalle zurzeit noch modernisiert wird und die Tagung aus diesem Grund im Lindauer Stadttheater stattfinden wird.

 

Die seit 1951 ausgerichteten Nobelpreisträgertagungen dienen dem Austausch, der Vernetzung und der Inspiration. Herausragende junge Wissenschaftler treffen in Lindau auf die renommiertesten Forscher ihrer Disziplin.

 

Zu den 2017 teilnehmenden Nobelpreisträgern zählen auch Bernard Feringa und Jean-Pierre Sauvage, die gemeinsam mit Sir Fraser Stoddart den Chemienobelpreis 2016 für die Entwicklung von Nanomaschinen erhielten. Neben molekularen Maschinen gehören zu den Kernthemen der 67. Lindauer Tagung auch der Umgang mit großen Datenmengen (Big Data), der Klimawandel und die Rolle der Wissenschaft in einem „postfaktischen“ Zeitalter.

 

Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftler erwartet ein sechstägiges Programm mit zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Einige von ihnen erhalten zusätzlich die Gelegenheit, ihre eigene Forschungsarbeit in einer der Master Classes oder der Poster Session vorzustellen. „Das ist eine einzigartige Gelegenheit für die jungen Wissenschaftler, ihre eigene Forschung vor einem internationalen Publikum zu präsentieren und wertvolles Feedback von Nobelpreisträgern zu erhalten“, so Wolfgang Lubitz. Neben dem wissenschaftlichen Programm bietet die Tagung den jungen Forschern viele Möglichkeiten, sich in entspannter Atmosphäre mit den Nobelpreisträgern und nicht zuletzt auch untereinander auszutauschen.

 

 

Pressemitteilung, 17. Februar 2017

Nobelpreise im Klassenzimmer – Poster für deutsche Schulen

Am 20. Februar 2017 verschicken das Kuratorium und die Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen Poster, die die Nobelpreise 2016 in Chemie, Physik, Wirtschaftswissenschaften und Physiologie oder Medizin kurz und verständlich erläutern. Insgesamt 3226 deutsche Gymnasien werden jeweils 30 Sätze im A3-Format und 5 Sätze der Größe 100X70 cm der vier Nobelposter für ihre Klassenräume erhalten, um Schülerinnen und Schülern einen  Einblick in die einzigartigen Entdeckungen der Preisträger zu ermöglichen.

 

Zell-Recycling, Nanoautos und physikalisches Gebäck – jedes Jahr publizieren die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften und das Karolinska Institut anschauliche Poster über die aktuellen Nobelpreise. In Kooperation mit beiden Institutionen veröffentlichen die Lindauer Nobelpreisträgertagungen die bisher jeweils nur auf Schwedisch und Englisch erhältlichen Poster nun erstmals auf Deutsch. Die Übersetzungen wurden von Bettina Gräfin Bernadotte, der Präsidentin des Kuratoriums der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, initiiert und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung großzügig unterstützt.

 

Die Lindauer Nobelpreisträgertagungen bieten über ihre Mediathek Zugriff auf ein einmaliges Archiv: Aus über 65 Jahren Tagungsgeschichte sind mittlerweile mehr als die Hälfte von etwa 1000 in Lindau gehaltenen Originalvorträgen von Nobelpreisträgern online verfügbar. Dieser wissenschaftshistorisch bemerkenswerte Fundus wird konsequent erweitert und didaktisch aufbereitet. Viele Inhalte der Mediathek haben einen klaren Lehrbezug und bieten sich für den alltäglichen Einsatz im Unterricht an, insbesondere die Mini Lectures (animierte Videos), die Topic Cluster (Themendossiers) und die Nobel Labs 360° (virtuelle Besuche in den Laboren der Nobelpreisträger). Dort sind unter www.mediatheque.lindau-nobel.org/publications auch die Nobelposter zum freien Download erhältlich.

 

Junge Menschen für die Naturwissenschaften zu begeistern und durch die Begegnung mit Nobelpreisträgern nachhaltig zu inspirieren, ist eines der Kernanliegen der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Einmal jährlich kommen in Lindau 30 bis 40 Nobelpreisträger mit rund 400 bis 500 Nachwuchswissenschaftlern (Studierenden, Doktoranden und Postdoktoranden) aus aller Welt zusammen. Die Lindauer Tagungen fördern den Austausch zwischen Wissenschaftlern unterschiedlicher Generationen, Kulturen und Disziplinen.

 

Im Jahr 2017 findet die 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung, die sich der Chemie widmet, vom 25. bis 30. Juni statt. 31 Chemienobelpreisträger haben bereits zugesagt und werden in Lindau auf ungefähr 400 Nachwuchswissenschaftler aus der ganzen Welt treffen. Vom 22. bis 26. August 2017 wird die 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften stattfinden, zu der sich bereits 20 Nobelpreisträger angekündigt haben. Dazu werden um die 400 junge internationale Ökonomen eingeladen.

 

 

Pressemitteilung, 20. Januar 2017

Zell-Recycling, Nanoautos und physikalisches Gebäck: Die Nobelpreise 2016 anschaulich erklärt

Am 29. Januar 2017 um 11:00 Uhr ist es wieder soweit – Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen laden zur jährlichen Nobelpreis-Matinee in den Sparkassensaal (Bregenzer Str. 33, Lindau). Bei der Veranstaltung stellen ausgewählte Experten die 2016 mit dem Nobelpreis ausgezeichneten wissenschaftlichen Durchbrüche verständlich dar. Ein begrenztes Kontingent an Karten ist über die Lindauer Zeitung erhältlich.

 

Der Chemienobelpreis 2016 ging an die Professoren Bernard L. Feringa, Sir J. Fraser Stoddart und Jean-Pierre Sauvage für ihre Arbeiten an Nanomaschinen. Den Forschern gelang es Hebel, Rotorblätter und sogar eine Art Auto zu entwickeln, deren Größen im Bereich eines Millionstel Millimeters liegen. Feringa wird im Sommer an der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung teilnehmen. Erklärt wird das spannende Thema von Professor Wolfgang Lubitz, Direktor des Max-Planck-Instituts für Chemische Energiekonversion in Mülheim und einer der beiden wissenschaftlichen Leiter der 67. Lindauer Tagung sowie Vizepräsident des Kuratoriums.

 

Für seine Beschreibung des Vorgangs der Autophagie in der menschlichen Zelle erhielt der Japaner Yoshinori Ohsumi 2016 den Nobelpreis in Medizin oder Physiologie. Es handelt sich hierbei um die Fähigkeit der menschlichen Zelle, Schadstoffe oder beschädigte Teile ihrer selbst zu „verdauen“ und wieder in nützliche Bausteine umzuwandeln. Erläutert wird die Forschung von Beat Grabherr, Lehrer am Bundesgymnasium Bregenz und Teilnehmer des „Teaching Spirit“-Programms der 64. Lindauer Nobelpreisträgertagung im Jahr 2014.

 

Besonderer Erklärungsbedarf dürfte beim Nobelpreis für Physik 2016 geboten sein. Dieser wurde an F. Duncan M. Haldane, J. Michael Kosterlitz und David J. Thouless für ihre Forschung zu „exotischen“ Zuständen von Materie verliehen. Je nach Beschaffenheit ihrer mikroskopischen Oberfläche kann Materie noch weitere Zustände außer fest, flüssig oder gasförmig annehmen, die zum Teil erhebliche Veränderungen (z.B. in der Stromleitfähigkeit) mit sich bringen. Die komplexen Vorgänge wurden bei der Bekanntgabe des Preises vom Nobelpreiskomitee mithilfe von Bagels, Zimtschnecken und Brezeln erklärt. Professor Rainer Blatt, Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation Innsbruck und wissenschaftlicher Leiter im Bereich Physik der Lindauer Tagungen wird die Aufgabe übernehmen, dem Lindauer Publikum das Thema schmackhaft zu machen.

 

Verträge sind zentraler Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens, regeln sie doch beispielsweise Rechte und Pflichten von Geschäftspartnern. Der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften in Gedenken an Alfred Nobel wurde daher 2016 an die beiden Ökonomen Oliver Hart und Bengt Holmström verliehen, die ihre Forschung der Optimierung von Verträgen gewidmet haben. Beide Preisträger werden 2017 an der 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften teilnehmen. Das Thema wird vorgestellt von Sabine Elmiger, Teilnehmerin der 5. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften im Jahr 2014 und Doktorandin an der Universität Zürich am Institut für Banking und Finance.

 

Ausgerichtet wird die Matinee, bei der ausdrücklich auch Fragen aus dem Publikum erwünscht sind, in Kooperation mit der Lindauer Zeitung und der Stadt Lindau, den Veranstaltungsort stellt die Sparkasse Memmingen-Lindau-Mindelheim zur Verfügung. Nikolaus Turner, Mitglied der Vorstände von Kuratorium und Stiftung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen, sowie Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker werden die Gäste im Sparkassensaal begrüßen, die Moderation übernimmt erneut der stellvertretende Chefredakteur der Schwäbischen Zeitung, Christoph Plate.

 

Die Matinee dient auch als Einstimmung auf die beiden Tagungen 2017: die 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung (der Chemie gewidmet) vom 25. bis 30. Juni und die 6. Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften vom 22. bis 26. August. Beide Tagungen bringen Nobelpreisträger und junge Spitzenforscher aus aller Welt zum Austausch von Ideen und zur Vernetzung zusammen.

 

 

Pressemitteilung, 29. September 2016

Wissenschaft im Spaziergang – Lindauer Nobelpreisträgertagungen und Stadt Lindau präsentieren Konzept für einen Wissenspfad

Lindau bekommt einen Wissenspfad: Dies hat der Lindauer Stadtrat am Mittwochabend in öffentlicher Sitzung einstimmig angenommen. 18 in der Stadt verteilte Stationen sollen Wissenschaft für jedermann erlebbar machen und zu einer neuen Attraktion im Lindauer Stadtleben werden. Die Stadträte wurden von Nikolaus Turner und Wolfgang Huang von den Lindauer Nobelpreisträgertagungen zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Gerhard Ecker über das Projekt informiert. Die offizielle Einweihung des Wissenspfads ist im Rahmen der 67. Lindauer Nobelpreisträgertagung geplant. Dank einer Förderung der Prof. Otto Beisheim Stiftung ist die Finanzierung des Projekts gesichert, für die Stadt Lindau entstehen keine zusätzlichen Kosten.

 

Insgesamt wird der Wissenspfad 21 Standorte umfassen: 15 sogenannte Wissenspylonen –  spiegelnde Skulpturen, die schon von weitem interessierte Besucher anziehen –  sind auf der Insel Lindau geplant. Dazu kommen je drei Stationen auf dem Lindauer Festland sowie auf der Insel Mainau.

 

„Der Wissenspfad ist damit nicht nur unmittelbar in das städtische Leben integriert und für die Lindauerinnen und Lindauer jederzeit erfahrbar, sondern er erreicht zusätzlich eine riesige Zahl an Besuchern, die jedes Jahr nach Lindau und den Bodensee kommen“, hob OB Ecker die Bedeutung für die Stadt und die Attraktivität des Standorts Lindau hervor.

 

Die Pylonen erklären Fakten aus den unterschiedlichsten Bereichen der Natur- und Wirtschaftswissenschaften  allgemeinverständlich. Dabei steht das jeweilige Thema stets in direkter Verbindung zum Standort – so soll beispielsweise eine Station am Leuchtturm die vielfältigen Erkenntnisse rund um das Thema Licht erörtern. Die Erläuterungen enthalten die Angabe, warum die Forschung mit einem Nobelpreis honoriert wurde und wer die entsprechenden Preisträger sind. An einer zentralen Station unmittelbar am Tagungsort Inselhalle wird zudem an die rund 430 Nobelpreisträger erinnert, die seit 1951 an den Lindauer Tagungen teilgenommen haben.

 

Für Bettina Gräfin Bernadotte, Präsidentin des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger, geht es um die Zugänglichkeit von Wissenschaft für alle, vor allem auch für die Jugendlichen: „Wissenschaft ist nichts Exklusives. Sie umgibt uns alle permanent, und genau das ist an den Stationen zu erleben und zu spüren. Insbesondere junge Menschen können damit Begeisterung für die Naturwissenschaften entwickeln – eines der zentralen Anliegen unseres Kuratoriums.“

 

Die Lindauer Schulen sollen aktiv in die Führungen rund um den Wissenspfad eingebunden werden. Per Quiz, Schülerrallye und nicht zuletzt einer Smartphone-App kann die junge Generation dabei die spannende Welt der Wissenschaft – auch virtuell –  entdecken. Ergänzt wird der Wissenspfad durch eine Dauerausstellung im Lindauer Stadtmuseum, dem Cavazzen.

 

Dr. Fredy Raas, Vorstandsvorsitzender der Prof. Otto Beisheim Stiftung, erklärt: „Prof. Otto Beisheim lag die Förderung von Wissenschaft und Forschung immer sehr am Herzen. Wir freuen uns, die Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen bei der Errichtung des Wissenspfads zu unterstützen und so insbesondere Kindern und Jugendlichen einen attraktiven Zugang zur Wissenschaftsgeschichte zu ermöglichen.“

 

 

Pressemitteilung, 1. Juli 2016

Abschluss der Nobelpreisträgertagung - Schweizer Unternehmer Schmidheiny wird Ehrensenator der Stiftung

Auf der Insel Mainau endete heute die 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung mit einer Podiumsdiskussion zur Zukunft der naturwissenschaftlichen Bildung. Die traditionelle Schiffsfahrt über den Bodensee fand wieder auf Einladung des Landes Baden-Württemberg statt. Kuratoriumspräsidentin Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg verabschiedete die Teilnehmer aus 80 Ländern. 29 Nobelpreisträger und rund 400 ausgewählte Nachwuchswissenschaftler hatten sich eine Woche in Lindau zentralen Themen der Physik gewidmet. Stiftungsvorstand Jürgen Kluge dankte sämtlichen Förderern und Stiftern, die den Austausch Jahr für Jahr ermöglichen.  Der Schweizer Unternehmer Thomas Schmidheiny wurde in den Ehrensenat der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen aufgenommen.

„Teilnehmen kann ein Student, Doktorand oder Postdoc nach erfolgreicher Bewerbung nur einmal, doch in Lindau wird man Teil eines Netzwerks engagierter Forscher. Als Alumni sind die Nachwuchswissenschaftler fortan auch Botschafter des Dialoggedankens, der die Nobelpreisträgertagungen kennzeichnet“, sagte Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums.

Vor dem Hintergrund des rasant steigenden Bedarfs an Innovationen aus Wissenschaft und Forschung, hatte die abschließende Podiumsdiskussion die akademische Ausbildung von Nachwuchswissenschaftlern zum Thema. Wie kann es gelingen, künftig mehr junge Menschen für ein Studium der MINT-Fächer Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik zu gewinnen? Mit welchen neuen Lehrmethoden kann die Wissensvermittlung insgesamt zeitgemäßer und effizienter gestaltet werden? Wie können die Ausbildungsstandards in Entwicklungsländern verbessert werden? Über diese und weitere Fragen diskutierten die Nobelpreisträger Brian P. Schmidt, Dan Shechtman und Carl E. Wieman mit dem ungarischen Nachwuchswissenschaftler Tamás Álmos Vámi.  

Zum Austausch mit exzellenten Wissenschaftlern unter 35 Jahren nehmen viele Nobelpreisträger regelmäßig an der Lindauer Tagung teil. Seit ihren Anfängen 1951 hat sie sich zu einem internationalen Forum für den Generationendialog entwickelt. Zur Sicherung des Fortbestands wurde im Jahr 2000 die Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen gegründet – mehr als 300 Nobelpreisträger sind Mitglied der Stifterversammlung.

Der Schweizer Unternehmer Thomas Schmidheiny wurde zum Abschluss des Tagungsprogramms in den Ehrensenat aufgenommen. Jürgen Kluge, Vorsitzender des Vorstands, würdigte sein philanthropisches Engagement und dankte ihm im Namen des Vorstands für seine bis in die Anfänge der Stiftungsgründung zurückreichende Förderung der Lindauer Nobelpreisträgertagungen. Thomas Schmidheiny ist Anteilseigner und Aufsichtsratsmitglied des Baustoffherstellers LafargeHolcim.

Die Schiffsfahrt mit der MS Sonnenkönigin und ein Picknick auf den Wiesen vor Schloss Mainau nutzten die Teilnehmer zum Netzwerken. Eingeladen zu diesem Programm hatte das baden-württembergische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst. Ministerin Theresia Bauer, die bereits anlässlich der Eröffnung der Tagung zu Gast war, wurde heute vertreten durch Ministerialdirektorin Simone Schwanitz. „Baden-Württemberg freut sich sehr, die Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger zu Gast auf der Insel Mainau zu haben. Die Nobelpreisträgertagung erinnert daran, wie sehr Wissenschaft vom internationalen Austausch von Ideen lebt, und sie setzt ein Zeichen dafür, dass wir mehr internationale Zusammenarbeit brauchen, um die großen Menschheitsfragen zu bearbeiten“, sagte Simone Schwanitz.

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Traditionell bildet den Abschluss ein Ausflug auf die Insel Mainau, den Sitz der Familie Bernadotte af Wisborg. Lennart Graf Bernadotte af Wisborg war Mitbegründer der Tagungen und langjähriger Präsident des Kuratoriums.

 

 

Pressemitteilung, 30. Juni 2016

Quantentechnologie revolutioniert 21. Jahrhundert – Nobelpreisträger diskutieren in Lindau

Ist die Quantentechnologie die Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts? Anlässlich der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung ist dies die Ausgangsfrage einer Podiumsdiskussion mit den Laureaten Serge Haroche, Gerardus ‘t Hooft, William Phillips und David Wineland. Kuratoriumsmitglied Prof. Dr. Rainer Blatt, international renommierter und mehrfach ausgezeichneter Quantenphysiker und wissenschaftlicher Leiter der Tagung, äußert sich im Interview zu den Erwartungen an die „zweite Quantenrevolution“.

 

Für Blatt besteht kein Zweifel: Die Quantentechnologien treiben eine technologische Umwälzung voran, deren Einfluss heute nicht abschätzbar ist. Sie können zum Innovationsmotor für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft im 21.Jahrhundert werden – technisch steht dem nichts im Wege. In den Laboren zeigen erste Prototypen, wie immens das Potential der Quantentechnologien ist. Konkrete Anwendungen sind in den Bereichen der Mess- und Rechentechnik und bei Simulationen zu erwarten. Umfangreiche finanzielle Förderung ist vonnöten, um den Anschluss an die Entwicklung zu halten.

 

Herr Professor Blatt, die erste Quantenrevolution lieferte die physikalischen Grundlagen für bahnbrechende Entwicklungen wie Computerchips, Laser, Magnetresonanztomographie und die moderne Kommunikationstechnologie. In dem Mitte Mai publizierten Quanten-Manifest sprechen Forscher nun von einer sich anbahnenden zweiten Quantenrevolution. Worin besteht diese?

 

Diese, manchmal so genannte zweite Quantenrevolution macht Gebrauch von dem Phänomen der Verschränkung. Sie ist ein natürliches Phänomen, das Grundlagenforscher bereits in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts erkannten. Bislang ziehen alle von Ihnen genannten Techniken ihren Nutzen von der Welleneigenschaft, die der Quantenphysik zugrunde liegt und deren Phänomene in der Quantenwelt oft unter dem Stichwort Welle-Teilchen-Dualismus abgehandelt werden. Damit sind bereits Quantentechnologien heute verfügbar, die oft gar nicht als solche erkannt werden aber einen großen Teil unserer Instrumente ermöglichen. Das Wesen der Verschränkung, seit gut 85 Jahren bekannt, wurde hingegen erst in den vergangenen vier Jahrzehnten nach Erkenntnissen von John Bell in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts experimentell erforscht. Heute ist die Verschränkung die Grundlage für viele neue Möglichkeiten, wie etwa die Quantenkommunikation, die Quantenmetrologie und für den Quantencomputer. Gerade die Nutzung dieser neuen Möglichkeiten wird oft als die zweite Quantenrevolution verstanden.

 

Wie lange wird es dauern, bis die zweite Quantenrevolution uns marktfähige Anwendungen und Produkte beschert?

 

Im Bereich der Quantenkommunikation gibt es bereits marktfähige Anwendungen und Produkte, man kann solche Geräte bereits kaufen und kommerziell nutzen. Die Nutzung der Verschränkung auch für Materie – und nicht nur für Photonen – wird zu neuen Messmöglichkeiten durch empfindlichere und schnellere Sensoren führen und zunächst kleine und schließlich auch große Quantenprozessoren bringen, die in vielfältiger Weise eingesetzt werden können wie beispielsweise für Simulationen. In einem ersten Schritt wird das für einige (aber wichtige) Spezialprobleme erfolgen und in weiterer Zukunft auch für universelle Berechnungen. Denn es gibt kein erkennbares Hindernis, um die Quantentechnologien zu realisieren. Kontinuierlich werden sich immer komplexer werdender Systeme entwickeln. Dazu gehört auch die Entwicklung und der Einsatz von neuen Technologien und Methoden, die bisher noch nicht verfügbar sind. Mit der breiteren Verfügbarkeit von Quantentechnologien werden auch die Ideen für deren Einsatz und Anwendungen rasant zunehmen.

 

Was erwarten Sie an weitreichenden Veränderungen in Gesellschaft und Wirtschaft durch die zweite Quantenrevolution?

 

Zunächst werden solche Technologien erweiterte und verbesserte Mess- und Rechenmöglichkeiten bieten, die kontinuierlich die weitere Entwicklung in den Wissenschaften befördern. Es ist schwer vorhersehbar, wie weitreichend die Veränderungen in der Gesellschaft und für die Wirtschaft sein werden. Ähnlich unvorhersehbar waren die Veränderungen, die durch die Entwicklung des Lasers entstanden sind. Noch Anfang der 60er Jahre wurde der Laser als die Antwort auf eine noch nicht gestellte Frage bezeichnet, heute, nach nur etwas mehr als 50 Jahren ist er ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Lebens geworden. Ich erwarte eine ähnliche Entwicklung für die Quantentechnologien.

 

Werden von der zweiten Quantenrevolution nur die hochentwickelten Länder oder Regionen dieser Welt profitieren, die massiv in die Spitzenforschung investieren können?

 

Es werden schließlich alle davon profitieren, aber ähnlich wie mit allen Entwicklungen, werden nur jene Länder und Regionen wirklich, das heißt auch im kommerziellen Sinne Profit daraus ziehen, die rechtzeitig mit der Entwicklung und Weiterentwicklung dieser Technologien beteiligt sind. Wir brauchen noch für Jahrzehnte Spitzenforschung, wozu ein gewisses Engagement gehört, finanziell, institutionell und vor allem personell, um die Potentiale der Quantentechnologien zu erschließen.

 

 

Pressemitteilung, 29. Juni 2016

Junge Physiker beeindrucken mit ihrer Forschung – Erste Postersession bei Nobelpreisträgertagung

 

30 Nachwuchswissenschaftler hatten gestern die einmalige Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten dem Teilnehmerfeld der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung zu präsentieren. Es war das erste Mal, dass eine Postersession in diesem Rahmen stattfand. 180 der 400 jungen Teilnehmer aus 80 Ländern hatten sich hierfür beworben. Die Themen reichten von  Präzisionsmessungen und Quantenphysik, über Astronomie und Biophysik bis zu Hochenergiephysik und Materialwissenschaft. Stimmberechtigt für die Wahl der besten Präsentation waren alle 29 teilnehmenden Nobelpreisträger und sämtliche anwesenden Studierende, Doktoranden und Postdocs.

„Die Präsentationen sind sehr lebendig und sehr gut. Bei zwei Postern, deren Themen mir bestens bekannt sind, hat mich die Expertise der Nachwuchswissenschaftler besonders beeindruckt“, sagte der französische Quantenphysiker Serge Haroche. Er erhielt 2012 zusammen mit dem Amerikaner David Wineland den Physiknobelpreis für die Erforschung der Wechselwirkung zwischen Licht und Materie. Die ausgestellten Poster boten insbesondere mit Abbildungen und Grafiken einen Blickfang für die rund 300 Besucher der Session. 90 Minuten lang hatten die Aussteller Zeit, um ihre Arbeit zu erläutern und für Anfragen und Diskussionen zur Verfügung zu stehen. Das Publikum konnte über Stimmzettel die drei besten Posterpräsentationen wählen. Die Gewinner werden am Freitag zum Abschluss der Tagung bekanntgegeben und erhalten ein Zertifikat.

Ziel der Einführung dieses bei vielen wissenschaftlichen Konferenzen üblichen Veranstaltungsformats war es,  die Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses in den Fokus zu rücken. „Die Auswahl von 30 Teilnehmern aus 180 Bewerbern fiel uns schwer, da die eingereichten Poster alle von guter wissenschaftlicher Qualität sind. Hier wird die Exzellenz der jungen Forscherinnen und Forscher sichtbar“, sagte Kuratoriumsmitglied Rainer Blatt vom Institut für Experimentalphysik der Universität Innsbruck und Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Gemeinsam mit dem Astroteilchenphysiker Lars Bergström gestaltet Rainer Blatt dieses Jahr als wissenschaftlicher Leiter die Tagung mit. Lars Bergström ist  Mitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften und seit 2004 Sekretär des Nobelpreiskomitees für Physik.

Seit 1951 findet die Nobelpreisträgertagung alljährlich in Lindau statt. Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler haben hier die Gelegenheit zum Austausch von Wissen, Ideen und Erfahrungen. Feste Bestandteile des Programms sind Vorträge, Diskussionen, Master Classes und Podiumsdiskussionen. Die Tagung ist abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet – den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich über alle drei naturwissenschaftlichen Gebiete erstreckt. Darüber hinaus wird alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften ausgerichtet.

 

 

Pressemitteilung, 28. Juni 2016

Hohe Erwartungen an das CERN – Teilchenphysik im Fokus der Nobelpreisträgertagung

 

Die kleinsten Bausteine von Materie standen gestern im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion anlässlich der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung. Insbesondere über jüngste Experimente zum Nachweis bislang unbekannter Teilchen diskutierten die Preisträger Steven Chu, David J. Gross, Takaaki Kajita und Carlo Rubbia mit drei Nachwuchswissenschaftlern, die am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf forschen. Live per Video-Stream zugeschaltet war außerdem die Generaldirektorin des CERN, Fabiola Gianotti. Einigkeit herrschte darüber, dass es angesichts zahlreicher ungeklärter Phänomene einer Erweiterung des Standardmodells der Elementarteilchenphysik bedarf. Beim Standardmodell handelt es sich um die bislang erfolgreichste Theorie zur Einordnung aller bekannten Elementarteilchen und ihrer Wechselwirkungen.

Das Standardmodell bildet sämtliche Erkenntnisse über Materieteilchen und Kraftteilchen nach heutigem Stand ab und beinhaltet auch das erst 2012 experimentell nachgewiesene Higgs-Boson. Doch für zahlreiche Phänomene liefert es keine Erklärungen. Die Schwerkraft berücksichtigt die Theorie beispielsweise nicht, weil ein Wechselwirkungsteilchen für die Gravitation nicht nachgewiesen werden konnte. Auch fehlen Erkenntnisse über die Zusammensetzung von Dunkler Materie und Dunkler Energie, aus denen das Universum zu großen Teilen besteht. Supersymmetrische Teilchen, die hierfür in Frage kommen, sind im Standardmodell nicht vorgesehen. Auch die Beobachtung, dass Neutrinos eine Masse haben, passt nicht in das Standardmodell, wie Takaaki Kajita, der für diesen Nachweis 2015 den Nobelpreis erhalten hat, im Laufe der Podiumsdiskussion in Lindau erläuterte.

ATLAS und CMS, die beiden großen Detektoren des Teilchenbeschleunigers Large Hadron Collider (LHC) am CERN, hatten im Dezember vergangenen Jahres Daten präsentiert, die auf die Existenz eines weiteren massiven Teilchens hindeuten können. Beide Experimente maßen in den Trümmern von Teilchenkollisionen einen kleinen Überschuss von Photonen-Paaren – Lichtteilchen im Doppelpack – mit einer kombinierten Masse um 750 Giga-Elektronenvolt (GeV). Nachdem die Leistung des LHC zuletzt ein weiteres Mal deutlich erhöht wurde, hoffen Forscher nun, mit den neuen Messungen dieses Phänomen klären zu können. Bereits jetzt haben sie mehr Daten gesammelt als im gesamten Vorjahr.

„Wir analysieren diese Daten gegenwärtig sehr sorgfältig, haben jedoch noch keine offiziellen Ergebnisse zu verkünden“, berichtete Fabiola Gianotti. Spekuliert wurde, ob Anfang August mit der Nachricht von der Entdeckung des vermuteten neuen Elementarteilchens zu rechnen sei. Dann findet die “38th International Conference on High Energy Physics” (ICHEP) in Chicago statt. Anlässlich dieser Konferenzreihe wurde bereits vor vier Jahren das Higgs-Teilchen präsentiert.

Neben der Teilchenphysik bilden die  Quantenphysik und die Kosmologie Schwerpunkte im Programm der diesjährigen Lindauer Nobelpreisträgertagung. Sie wurde am Sonntag eröffnet und dauert bis Freitag, den 1. Juli. 29 Nobelpreisträger und 400 Studierende, Doktoranden und Post-Docs aus rund 80 Ländern nehmen teil.

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Die Tagung ist abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet – den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich über alle drei naturwissenschaftlichen Gebiete erstreckt. Darüber hinaus veranstalten das Kuratorium und die Stiftung alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften.

 

Pressemitteilung, 27. Juni 2016

Die Welt mit LEDs erleuchten - Hiroshi Amano eröffnet Programm der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung

Mit einem Vortrag des Japaners Hiroshi Amano startete heute das wissenschaftliche Programm der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung. 1989 war es Hiroshi Amano erstmals gelungen, effiziente blaue Leuchtdioden herzustellen – die Grundlage zur Erzeugung von weißem LED-Licht. 2014 wurde ihm hierfür der Physiknobelpreis verliehen. Insgesamt 30 Laureaten und rund 400 Nachwuchswissenschaftler aus 80 Ländern nehmen bis Freitag an der Tagung am Bodensee teil. Schwerpunkte in den Vorträgen und Podiumsdiskussionen bilden die Quantentechnologie, die Teilchenphysik und die Kosmologie.

Den Physiknobelpreis 2014 erhielt Hiroshi Amano gemeinsam mit Isamu Akasaki und Shuji Nakamura „für die Entwicklung effizienter, blaues Licht emittierender Dioden, die helle und energiesparende Leuchtmittel für weißes Licht ermöglichen“, so die offizielle Begründung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften. Trotz jahrelanger Forschung war es zuvor nicht möglich gewesen, weißes Licht mit LEDs zu erzeugen, man konnte lediglich rote und grüne Dioden herstellen.

Anschaulich schilderte Hiroshi Amano in seinem Vortrag den schwierigen Weg zur erfolgreichen Entwicklung der erforderlichen Materialsysteme und ermutigte die Nachwuchswissenschaftler, ihre eigenen Forschungsziele mit Neugier, Ausdauer und Kreativität zu verfolgen. Er selbst hatte mehr als tausend Versuche durchgeführt, bis ihm der Durchbruch gelang. Während LEDs lange hauptsächlich als winzige Lichtquellen für Signalanzeigen genutzt wurden, ist ihr Einsatz in Flachbildschirmen, Smartphone-Displays oder als energiesparende Leuchtmittel heute unerlässlich. Die Vision, ein Leuchtmittel der Zukunft zu entwickeln, hatte der heute 55-jährige Hiroshi Amano bereits als Student.
Studierende, Doktoranden und Post-Docs unter 35 Jahren bilden das junge Teilnehmerfeld der Tagung. Sie hatten sich erfolgreich in einem mehrstufigen internationalen Auswahlverfahren beworben. Als besondere Chance sehen viele die Gelegenheit, sich mit Nobelpreisträgern über aktuelle Entwicklungen und künftige Herausforderungen im Bereich der Physik austauschen sowie ihre eigene Forschungsarbeit in einer der Master Classes oder einer Poster Session vorzustellen.

 

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Die Tagung ist abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik oder Chemie gewidmet – den drei naturwissenschaftlichen Nobelpreis-Disziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, die sich über alle drei naturwissenschaftlichen Gebiete erstreckt. Darüber hinaus veranstalten das Kuratorium und die Stiftung alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften.

 

 

Pressemitteilung, 26. Juni 2016

66. Lindauer Nobelpreisträgertagung eröffnet

In Lindau am Bodensee wurde heute die 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung eröffnet. Kuratoriumspräsidentin Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg begrüßte die Gäste aus rund 80 Ländern. 29 Nobelpreisträger und über 400 ausgewählte Nachwuchswissenschaftler nehmen bis Freitag, den 1. Juli an der Tagung teil. Sie ist dieses Jahr der Physik gewidmet. Das Programm wirft unter anderem die Frage auf, ob die Quantentechnologie die Zukunftstechnologie des 21. Jahrhunderts ist. Auch die Teilchenphysik bildet einen Schwerpunkt – prominente Redner hierzu sind die Laureaten Takaaki Kajita und Arthur B. McDonald. Ihnen wurde 2015 gemeinsam der Physik-Nobelpreis verliehen für den Nachweis, dass die Elementarteilchen Neutrinos Masse besitzen.

„Innovation setzt Wissenstransfer, Inspiration und Zusammenarbeit voraus, auch deshalb lautet unser Leitmotiv ‚Educate. Inspire. Connect.‘“, sagte Bettina Gräfin Bernadotte af Wisborg, Präsidentin des Kuratoriums. Es sei den Nobelpreisträgern ein Anliegen, aufstrebende junge Wissenschaftler in ihrem Werdegang zu bestärken und miteinander zu vernetzen, betonte sie in ihrer Eröffnungsrede. Studierende, Doktoranden und Postdoktoranden aus der ganzen Welt hatten sich um die Teilnahme an der international beachteten Tagung beworben.

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer hielt eine Ansprache – das diesjährige Gastland Österreich präsentiert sich den Tagungsteilnehmern als Forschungsstandort. Singapurs Staatspräsident Tony Tan Keng Yam zählte als Mitglied des Ehrensenats der Stiftung Lindauer Nobelpreisträgertagungen ebenfalls zu den Gästen. Deutschland wurde durch Bundesministerin Johanna Wanka vertreten – das Bundesministerium für Bildung und Forschung zählt zu den größten Förderern.

In seiner Rede hob Wolfgang Schürer die Bedeutung des Generationendialogs hervor. Die gegenwärtigen Generationen müssten sich der Zukunft annehmen und gewährleisten, dass in Entscheidungen von heute die Folgen für künftige Generationen berücksichtigt würden. Schürer sagte an die Nachwuchswissenschaftler gewandt: „Wenn Sie in den Diskussionen einen leeren Stuhl erblicken sollten, dann stellen Sie sich vor, hier säße ein Vertreter einer kommenden Generation – und überlegen Sie, was er oder sie in die Debatte einbringen wollen würde.“

Seit 2000 hatte Wolfgang Schürer als Vorsitzender des Vorstands der Stiftung ehrenamtlich entscheidende Impulse zur Weiterentwicklung der Tagungen gesetzt und maßgeblich zur Sicherung ihres Fortbestandes beigetragen. Sein Nachfolger, Jürgen Kluge, der seit Jahresbeginn dem Vorstand vorsteht, würdigte Schürers herausragenden Verdienste im Namen aller Stiftungsvorstände: Schürer wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Im Namen des gesamten Kuratoriums verlieh Bettina Gräfin Bernadotte ihm die Lennart-Bernadotte-Medaille in Gold, die an ihren Vater Lennart Graf Bernadotte af Wisborg erinnert, den ersten Kuratoriumspräsidenten, Mitbegründer der Tagungen und langjährigen Spiritus Rector.

Bis Freitag, den 1. Juli haben die teilnehmenden Nobelpreisträger und Nachwuchswissenschaftler ausgiebig Gelegenheit zum intensiven Austausch miteinander. Zahlreiche Vorträge, Diskussionen, Master Classes und Podiumsdiskussionen stehen auf dem Programm. Zum Abschluss findet am Freitag auf Einladung des Landes Baden-Württemberg eine Schiffsfahrt auf dem Bodensee zur Insel Mainau statt. Hier wird mit einer Podiumsdiskussion über die Zukunft der naturwissenschaftlichen Bildung ein wichtiges Thema der Nachwuchsförderung in den Fokus gerückt.

Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet. Aufgrund der bis 2017 andauernden Modernisierung der örtlichen Veranstaltungshalle findet die Tagung dieses Jahr im Lindauer Stadttheater statt. Die sonst übliche Zahl von rund 600 Teilnehmern wurde entsprechend auf 400 reduziert.

 

Pressemitteilung, 3. März 2016

66. Lindauer Nobelpreisträgertagung: 402 Nachwuchswissenschaftler nehmen teil

An der 66. Lindauer Nobelpreisträgertagung werden 402 Nachwuchswissenschaftler aus 80 Ländern teilnehmen. Es handelt sich um ausgezeichnete Studierende, Doktoranden und Post-Docs unter 35 Jahren, die im Fachbereich Physik forschen. Sie hatten sich erfolgreich in einem mehrstufigen internationalen Auswahlverfahren beworben, dessen Ergebnisse jetzt bekanntgegeben wurden. Die Tagung findet vom 26. Juni bis 1. Juli statt und dient dem Austausch, der Vernetzung und der Inspiration. Fachlich ist sie der Physik gewidmet, es wird mit der Teilnahme von insgesamt 30 Laureaten gerechnet. Seit 1951 werden die Nobelpreisträgertagungen alljährlich in Lindau am Bodensee ausgerichtet.

 

„Die Nobelpreisträger treffen im Sommer auf fachlich besonders qualifizierte und engagierte junge Leute“, betont Wolfgang Lubitz, Direktor des Max-Plack-Instituts für Chemische Energiekonversion und Vize-Präsident des Kuratoriums für die Tagungen der Nobelpreisträger in Lindau e.V. „Der Frauenanteil beträgt immerhin 31 Prozent – für das Fach Physik ein guter, international repräsentativer Wert.“

 

Aufgrund der bis 2017 laufenden Modernisierung der örtlichen Veranstaltungshalle findet die Tagung dieses Jahr im Lindauer Stadttheater statt. Die sonst übliche Zahl von rund 600 Teilnehmern wurde entsprechend auf 400 reduziert. Die ausgewählten Nachwuchswissenschaftler erwartet ein sechstägiges Programm mit zahlreichen Vorträgen und Podiumsdiskussionen. Als besondere Chance sehen viele die Gelegenheit, ihre eigene Forschungsarbeit in einer der Master Classes oder der Poster Session vorzustellen.

 

„Das Teilnehmerfeld  hat sich im Zuge des kontinuierlichen Ausbaus des Netzwerks akademischer Partnerinstitutionen stetig internationalisiert“, erläutert Burkhard Fricke, emeritierter Professor für Theoretische Physik und Koordinator des Auswahlverfahrens. „Die diesjährigen Teilnehmer kommen aus 8o Ländern, zu denen neben den großen Forschungsnationen wie USA, Großbritannien, Japan, Israel und Deutschland auch Entwicklungsländer wie Bangladesch oder Kamerun zählen. 144 Wissenschaftsakademien, Universitäten, Stiftungen und forschende Unternehmen waren am mehrstufigen Auswahlverfahren beteiligt.“

 

Bei der Auswahl von Teilnehmern aus China kooperierte das Kuratorium mit dem Chinesisch-Deutschen Zentrum für Wissenschaftsförderung (CDZ). „Allein in der Volksrepublik waren 24 Universitäten und ein Akademieinstitut eingebunden“, berichtet Rainer Blatt, Wissenschaftlicher Direktor am Institut für Quantenoptik und Quanteninformation in Innsbruck (IQOQI), Mitglied des Kuratoriums und als Wissenschaftlicher Leiter der Tagung dieses Jahr für das Programm zuständig. „Nach einer Vorauswahl lagen uns 79 Bewerbungen zur Begutachtung vor. 40 Bewerber wurden im nächsten Schritt zu persönlichen Interviews letztes Wochenende nach Peking eingeladen. Schließlich überzeugt haben uns 19 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler – wir freuen uns, sie im Sommer in Lindau zu begrüßen.“

 

Unter den Laureaten haben unter anderen der Japaner Takaaki Kajita und der US-Amerikaner Arthur B. McDonald ihre Teilnahme bereits fest zugesagt. Ihnen wurde 2015 gemeinsam der Physik-Nobelpreis verliehen für den Nachweis, dass die Elementarteilchen Neutrinos Masse besitzen. Die Teilchenphysik bildet einen der Schwerpunkte der Lindauer Tagung.

 

Pressemitteilung, 7. Dezember 2015

72 Nobelpreisträger rufen zum Klimaschutz auf

72 Nobelpreisträger warnen eindringlich vor den Folgen des Klimawandels. Sie unterstützen einen Aufruf, den die französischen Physiknobelpreisträger  Serge Haroche und Claude Cohen-Tannoudji zusammen mit Hans Joachim Schellnhuber, dem Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), heute dem französischen Präsidenten, François Hollande, im Pariser Élysée-Palast übergeben haben. Die „Mainauer Deklaration 2015 zum Klimawandel“ besagt, „dass die Nationen der Welt die Chance der UN-Klimakonferenz in Paris im Dezember 2015 nutzen und entschlossen handeln müssen, um die künftigen Emissionen weltweit zu begrenzen.“ Der Aufruf wurde erstmals am Freitag, den 3. Juli 2015, im Rahmen der 65. Lindauer Nobelpreisträgertagung auf der Insel Mainau im Bodensee veröffentlicht. Seitdem traten 36 weitere Nobelpreisträger der Gruppe von Unterstützern bei.

 

„Wenn wir dem Klimawandel nicht entgegensteuern, so wird die Erde schließlich nicht mehr in der Lage sein, den Bedürfnissen der Menschheit gerecht zu werden und unsere ständig zunehmende Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie zu decken. Und dies wird zu einer umfassenden menschlichen Tragödie führen“, lautet es in der Deklaration. Sie besagt außerdem, dass, obwohl mehr Daten analysiert werden müssten und es noch weiterer Forschung bedürfe, der Fünfte Sachstandsbericht des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) noch immer die verlässlichste wissenschaftliche Einschätzung zum von Menschen verursachten Klimawandel sei und deswegen die Grundlage bilde, auf der die politischen Entscheidungsträger Maßnahmen gegen diese globale Bedrohung diskutieren müssten.

 

Die Initiatoren betonen, dass sie zwar keine Experten in der Klimaforschung seien, als Wissenschaftler jedoch allesamt ein tiefes Grundvertrauen in den wissenschaftlichen Prozess haben. Die Unterzeichner der Erklärung sind mit Ausnahme des indischen Kinderrechtsaktivisten Kailash Satyarthi, der 2014 den Friedensnobelpreis erhielt, mit einem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin, Physik oder Chemie ausgezeichnet worden.

 

„Einige der klügsten Köpfe unseres Planeten, die Nobelpreisträger, stellen klar, was sie als eine der größten Herausforderungen unserer Zeit erachten: den Klimawandel, “ sagt Schellnhuber. Er initiierte vor wenigen Jahren eine Reihe von Symposien mit dem Titel „A Noble Cause“, um die Aufmerksamkeit der Nobelpreisträger auf Themen der globalen Nachhaltigkeit zu lenken. Zwei der Teilnehmer des Symposiums im April 2015 in Hongkong entwickelten die Idee eines Klimaschutz-Appells von Nobelpreisträgern, den sie auf der Lindauer Tagung mit Unterstützung zahlreicher ihrer Kollegen realisierten.

 

Der Begriff Mainauer Deklaration ist zur Bezeichnung für soziopolitische Appelle von Nobelpreisträgern geworden, die an den Lindauer Nobelpreisträgertagungen teilnahmen, den jährlichen Zusammenkünften mit jungen Wissenschaftlern in Lindau am Bodensee. Der Name bringt zum Ausdruck, dass diese Erklärungen auf der nahen Bodenseeinsel Mainau, dem traditionellen Veranstaltungsort für den letzten Tag der einwöchigen Tagung, veröffentlicht wurden.

 

Die erste Mainauer Deklaration war ein Appell gegen den Einsatz von Atomwaffen. Die von den deutschen Nuklearforschern Otto Hahn und Max Born ins Leben gerufene und verfasste Erklärung kursierte auf der 5. Lindauer Nobelpreisträgertagung (11.-15. Juli 1955) und wurde am 15. Juli 1955 auf der Insel Mainau veröffentlicht. Die Erklärung wurde anfangs von 18 Nobelpreisträgern unterzeichnet. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der Unterstützer auf 52 Nobelpreisträger.

 

Die jährlich stattfindende Lindauer Nobelpreisträgertagung fördert den Austausch unter Wissenschaftlern verschiedener Generationen, Kulturen und Disziplinen. Jedes Jahr versammeln sich Nobelpreisträger in Lindau, um die nächste Generation der Wissenschaftselite zu treffen: 400 bis 650 Studenten, Doktoranden und promovierte Forscher aus bis zu 90 Ländern. Die Tagung ist abwechselnd der Physiologie und Medizin, Physik und Chemie gewidmet –  den drei wissenschaftlichen Nobelpreisdisziplinen. Alle fünf Jahre findet eine interdisziplinäre Tagung statt, bei der alle drei Naturwissenschaften im Fokus stehen. Darüber hinaus wird alle drei Jahre die Lindauer Tagung der Wirtschaftswissenschaften abgehalten. Die Lindauer Tagung wurde 1951 von Graf Lennart Bernadotte af Wisborg, einem Mitglied der schwedischen Königsfamilie, und den Lindauer Stadträten Franz Karl Hein und Gustav Wilhelm Parade ins Leben gerufen.

 

 

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